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07/29/2016

GUGGENHEIM

neonsign, metal,150x15x5cm, 2015

In the art world the symbolically charged lettering GUGGENHEIM serves as a tool for investigations in diverse environments. The artists thus raise questions about gentrification, underused areas, the symbolic capital of a global brand, the possible “upgrading“ of off spaces and the always restless art world with its few dominant players.

Die Künstler joechlTRAGSEILER bedienen sich einer internationalen Marke der globalen Museumslandschaft um sich mit den Hierarchien von der Institution, den Deutungshoheiten und der oft prägenden Architektur auseinander zu setzen. Mit einem mobilen Neonschriftzug erkunden die Künstler unterschiedliche Umgebungen. Die mittels Autobatterie erleuchtete Schrift stellt Fragen zur Gentrifizierung brachliegender Gegenden, scheinbar unbedeutenden Räumen und dem stets rastlosen Kunstbetrieb mit seinen wenigen globalen Playern.

Guggenheim in der Neue Galerie der Tiroler Künstler*schaft, Innsbruck, 2016. Ein Bericht von Sofie Mathoi

Eine Marke verspricht Qualität, je etablierter desto höher. So war es nicht verwunderlich, dass der Neonleuchtschriftzug Guggenheim den das Künstlerduo joechlTRAGSEILER über dem Eingang der Neuen Galerie der Tiroler Künstler*schaft in Innsbruck im Jahr 2016 montierte, zu amüsanten Begegnungen und Beobachtungen für das Galeriepersonal führte. So manche Tourist*innen waren begeistert über ihre zufällige Entdeckung der kleinen, aber doch zentral in der Altstadt gelegenen Dependance des global agierenden Museums, das aufgrund seiner auffälligen Museumsbauten innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte zum internationalen Besucher*innenmagneten avancierte. Die Filiale muss ganz neu eröffnet sein da sie in keinem Innsbrucker Stadtführer aufscheint und sich architektonisch betrachtet unüblich, mehr im venezianischen Stile, in einem alten Palast befindet. Aber auch die Einheimischen versetzte der Schriftzug über dem Eingang in helle Euphorie. Für die Bewohner*innen einer Stadt die hauptsächlich vom Tourismus lebt waren damit einerseits positive andererseits auch negative Emotionen verbunden. Interessant wurde es allerdings als die ausgestellte Kunst, es handelte sich um eine Mitgliederausstellung zum 70 jährigen Bestehen der Tiroler Künstler*schaft, näher in Betracht gezogen wurde. Immerhin wird hier ja Größe und Format künstlerischen Schaffens präsentiert. Die Namen der ausgestellten Tiroler Künstler*innen weckten jedoch keinerlei Assoziationen und so wurden sie meist als junge, der Masse unbekannte, aber sehr erfolgreiche Künstler*innen eingestuft, immerhin nehmen sie an einer Ausstellung in einem Guggenheim Museum in Innsbruck teil! Wie toll ist dass denn! Die Namen müssen wir uns merken! Seit wann gibt es das Museum denn schon? Es ist mir zuvor noch nie aufgefallen. 
So ist es mit der Sichtbarkeit, erst wenn ein Label etwas brandet leuchtet sein Schein breiter an der Oberfläche auf. Im Falle Innsbruck gibt es jedoch bereits genügend touristisch motivierte spektakuläre Architektur zu bewundern. Ja die  Talstation der Hungerburgbahn von Zaha Hadid ist nicht weit entfernt, einfach die Straße weiter runter. Am Weg dorthin finden Sie übrigens die Fortsetzung dieser Ausstellung im Kunstpavillon. Nein der gehört nicht zum Guggenheim.

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